Lizum im Wattental – Tiroler Fahne vor Bergkulisse, Almhäusern und Alpenpanorama

Das Wattental

Naturraum. Kulturraum. Lebensader.

Ein einzigartiger Lebensraum mit großer geographischer, ökologischer, historischer und kultureller Bedeutung.

Thema

Ein besonderer Naturraum

Zirmwälder, Felsformationen, alpine Vegetation und ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Thema

Almwirtschaft und Kulturlandschaft

Jahrhundertealte Bewirtschaftung formt die Landschaft. Almen sind gelebte Kultur und ökologisch wertvoll.

Thema

Wasser als Lebensader

Vom hintersten Talschluss der Lizum bis hinab in die Talebene ist das Element Wasser die treibende Kraft des Wattentals. Es formt nicht nur die Landschaft, sondern ist seit jeher das Fundament für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung unserer Region. Die Geschichte unserer Wasserwege beginnt weit oben in der alpinen Landschaft der Wattentaler Lizum und an den Hängen des Wattenbergs. Die besondere Geologie – allen voran der wasserstauende Innsbrucker Quarzphyllit – wirkt hier wie ein gigantischer Speicher.

Thema

Wege und Übergänge

Steige, Saumpfade und Übergänge verbinden Höfe, Almen und Talschaften. In enger Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein pflegen und markieren wir historische Wege und sorgen für deren Erhalt. Wege entstehen, wenn Brücken gebaut werden und Menschen sich begegnen.

Thema

Geologische Vielfalt

Schiefer, Kalk und Gesteinsformationen erzählen Millionen Jahre Erdgeschichte. Vom Taleingang bei Wattens bis tief hinein in die Hochplateaus auf über 2.000 m durchschneidet man Hunderte Millionen Jahre Erdgeschichte. In der Lizum überlagern schlagartig Gesteine aus dem Erdmittelalter (Trias und Jura) den alten Schiefer. Wer hat sich noch nicht gewundert, warum das Hochplateau rund um die Tarntaler Berge bis hin zum Pluderling diesen Durchbruch aus dem Erdinneren offen zur Schau stellt?             Lesen Sie mehr dazu in den Anhängen:

Thema

Geschichte und Erinnerung

Bergbau, Wegekreuze und mündliche Erinnerung halten das kulturelle Gedächtnis des Tales lebendig.

Parallel zu den Jägern und Sammlern aus der Frühzeit und der Almwirtschaft entwickelte sich auch der Bergbau.

Schon um 1300 wurde in Melles ein Eisenwerk errichtet. 1315 verlieh König Heinrich von Böhmen und Graf von Tirol die Schürfrechte für das Eisenwerk in Melles an den Salzmair von Hall.

Die älteste urkundliche Erwähnung der Lizum findet sich im Jahre 1424.

Thema

Verantwortung für kommende Generationen

Ein respektvolles nebeneinander von nachhaltiger Almwirtschaft, langfristig für das ökologische Gleichgewicht verträglicher Nutzung für Militärische Ausbildungszwecke für „landeseigene Verteidigungszwecke“ sowie sanftem Tourismus müssen für eine tragfähige Zukunft ermöglicht werden.

Miteinander

Almgespräche im Wattental

Gruppenfoto vom ersten Nutzertreffen am TÜPl Lizum/Walchen Hochlager am 22. Juni 2018

Erstes Nutzertreffen Wattental – Lizum am 22. Juni 2018 im Hochlager des TÜPl Lizum/Walchen.

v. l. n. r.: TÜPl Kdt. Oberst Johann Zagajsek, Militärkommandant Tirol Generalmajor Herbert Bauer, Bgm Franz Schmadl, 1. Vorsitzender des Alpenvereins Tirol Gerald Aichner, Obmann LEWAL Hannes Erler, Univ. Lektor Alfred Strigl, Almbauernobmann Michael Nock.

Runder Tisch zwischen Almwirtschaft, Jagd, Forst, Tourismus und Militär

Auf Einladung des Österreichischen Bundesheeres und des Vereins LEWAL kamen am 22. Juni 2018 im Hochlager des Truppenübungsplatzes Lizum/Walchen die verschiedenen Nutzergruppen des Wattentals zum ersten Nutzertreffen zusammen.

Nach einer Begrüßungsjause und der Vorstellung der Nutzer hielt Univ.-Lekt. Dr. Alfred Strigl das Impulsreferat „Aus der Natur lernen – Beispiele gelingenden Zusammenlebens bei widersprüchlichen Bedürfnissen“. Der Abend war ein erster Schritt, den sachlichen, überparteilichen Dialog im Tal zu stärken und gemeinsame Lösungen für die Zukunft des Wattentals zu entwickeln.

Datum
22. Juni 2018
Ort
TÜPl Lizum/Walchen Hochlager
Referent
Univ.-Lekt. Dr. Alfred Strigl
Thema
„Aus der Natur lernen“
Zur Detailseite Almgespräche →

Geschichte und Erinnerung

Der Lizumer Dolch

Ein 3.600 Jahre altes Zeichen aus der Höhe

Hoch oben in der Lizum, unterhalb des Klammjochs, wurde im Jahr 1976 bei Stellungsgrabungen ein außergewöhnlicher Fund entdeckt: ein bronzezeitlicher Dolch aus der Zeit um etwa 1.600 v. Chr.

Mit einem Alter von rund 3.600 Jahren gilt der Lizumer Dolch als einer der ältesten bekannten Hinweise auf die Anwesenheit von Menschen in dieser hochalpinen Region des Wattentals. Der Fundort auf etwa 2.200 Metern Seehöhe macht ihn besonders bemerkenswert. Er zeigt, dass die Lizum nicht nur Natur- und Almraum ist, sondern seit Jahrtausenden Teil menschlicher Wege, Rituale und Nutzungsgeschichte.

Heute wird der Dolch als möglicher Hinweis auf eine kultische Handlung gedeutet. Vergleichbare Funde aus anderen alpinen Höhenlagen legen nahe, dass Waffen in der Bronzezeit nicht nur Werkzeuge oder Statussymbole waren, sondern auch als Weihegaben an besonderen Orten niedergelegt wurden.

Der Lizumer Dolch steht damit beispielhaft für das, was LEWAL sichtbar machen möchte: Das Wattental ist kein beliebiger Landschaftsraum. Es ist ein gewachsener Lebensraum, in dem Natur, Geschichte, Almwirtschaft, Wege, Wasser und menschliche Verantwortung seit sehr langer Zeit miteinander verbunden sind.

Wer das Wattental heute betritt, geht nicht nur durch eine schöne Berglandschaft. Er bewegt sich durch einen Kulturraum, dessen Spuren weit zurückreichen — bis in die frühe Bronzezeit.

Bronzezeitlicher Lizumer Dolch, Länge 19,7 cm, ausgestellt im Museum Wattens
Der Lizumer Dolch (Länge 19,7 cm) im Museum Wattens.
WattentalLizumKlammjochFundortca. 2.200 mWattenberg
Fundort des Lizumer Dolchs: Lizum, unterhalb des Klammjochs, auf etwa 2.200 m Seehöhe.